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| Ein Ort, der verzaubert |
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| Wechselvoll ist die Geschichte des Schlossgartens zu Plön. Es gab Zeiten, in dem der prachtvolle Garten die höchste Aufmerksamkeit seines fürstlichen Besitzers widerspiegelte. Die äußerst kunstvolle, aufwendig zu pflegende Gestaltung entsprach den repräsentativen Ansprüchen der Zeit. Danach schwand das Interesse an dem Garten und es folgten Zeiten der Verwahrlosung und Zerstörung. Eine zweite kurze Blütezeit erlebte der Garten mit der landschaftlichen Umgestaltung, die der neue Besitzer beauftragte. Mangels Pflege und Wertschätzung verwilderte das Gartenkunstwerk im Folgenden. |
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| Heute ist das Prinzenhaus und der Schlossgarten im Besitz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Sie übernahm das Schlösschen und das Herzstück des Gartens, welches direkt hinter dem Gebäude liegt, 1999 von der Stadt Plön. Eine denkmalgerechte Instandsetzung der Liegenschaft erfolgte zügig. Nach Fertigstellung des Prinzenhauses erhielt der Garten ein neues Entree. Hinter dem ehemaligen Gartenschlösschens des Herzogs befindet sich der Landschaftsgarten, der bis heute eine kontinuierliche, intensive Pflege durch die Stiftung erfährt. |
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| Vorbildlich restauriert: die Innenräume des Prinzenhauses zu Plön |
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| Absolutistische Prachtentfaltung: der Barockgarten |
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Die umfassendste und aufwendigste Gestaltung des Plöner Schlossgartens begann 1730, das Jahr, in dem die vereitelte Flucht Friedrich II. von Preußen nach Frankreich für Schlagzeilen sorgte und die Hinrichtung Hans Herrmann von Kattes den dramatischen Höhepunkt dieser Staatsaffäre bildete.
Herzog Friedrich Carl von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön (1706-1761) widmete sich während dieser Familienrevolte am preußischen Hof der baulichen Ausschmückung seines Herzogtums im beschaulichen Plön. Auf Geheiß des Herzogs legte Christian Dietrich Tschierske einen spätbarocken Garten an. |
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| Schlossgarten zu Plön, Kupferstich von C. F. Fritzsch, 1749 |
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Ungewöhnlich ist die Lage des Schossgartens. Tschierske plante den Garten, bedingt durch die geografische Ausgangssituation, auf einem Plateau westlich vom Schloss.
Alle Gestaltungsmerkmale einer spätbarocken Gartenarchitektur wies der Schlossgarten auf: in Form geschnittene Lindenalleen und Heckenquartiere, Broderien, Bogengänge, Boskette, Wasserspiele (Springbrunnen, Kanal), breite und schmale Spazierwege und eine vertieft gelegene Rasenfläche (Boulingrin) am Ende der Hauptachse im Westen. Der Kupferstich aus dem Jahr 1749 von C. F. Fritzsch zeigt eindrucksvoll die Großartigkeit des Schlossgartens.
Herzstück und Zentrum der Anlage war das Gartenschlösschen (Maison de Plaisance), welches Hofbaumeister Johann Gottfried Rosenberg ab 1744 in siebenjähriger Bauzeit errichtete. Zur gleichen Zeit erfolgte in Potsdam die Grundsteinlegung des Lustschlosses Sanssouci. Plön war bis zum Tod von Herzog Friedrich Carl 1761 herzögliche Residenzstadt. Der Besitz fiel danach an das dänische Königshaus, so wie es der letzte Herzog noch zu seinen Lebzeiten bestimmte. Die Pflege des Schlossgartens oblag dem herzoglichen Hofgärtner August Wilhelm Mensch seit 1762. Herzoginwitwe Christine Armgard vohnte bis zu ihrem Tod 1779 zwar im Schloss, aber die Gartenanlagen konnten in dieser Zeit nicht mehr adäquat gepflegt werden. Eine neue Ära in der Geschichte des Gartens kündigte sich an. |
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| Die Aufklärung hält Einzug in Plön: die Fruchtbaumschule |
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1783 plante August Wilhelm Mensch, der vom dänischen König bestallte Garteninspektor und Schlossverwalter von Plön, eine Fruchtbaumschule im Schlossgarten, wobei er die beiden barocken Lindenalleen allerdings nicht fällen ließ. Ziel war es, die Obstbaumkultur im Land zu fördern und damit die Ernährung der Bevölkerung zu verbessern. Apfelbäume, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Walnüsse wurden in den Schlossgarten gepflanzt. Allerdings gediehen die Obstbäume nur mäßig und somit blieb der wirtschaftliche Erfolg gering. 1839 wurde die Fruchtbaumschule aufgelöst. Letztlich auch, weil das Schloss eine neue Nutzung erfuhr. |
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| Historische Sorten von Birnen und Äpfel |
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| (Quelle der Obstabbildungen: Bücherei des deutschen Gartenbaues e.V., Berlin) |
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| Englischer Einfluss: der Landschaftsgarten |
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Der dänische König Christian VIII. (1786-1848) bezog 1840 das Schloss von Plön und nutzte es als Sommerresidenz. Der Gartenmeister aus Hannover, Christian Schaumburg (1788-1868), erhielt zuvor den Auftrag, einen Landschaftsgarten im englischen Stil auf dem ehemaligen Obstbaumgelände zu schaffen.
Schaumburg war bereits seit fünf Jahren für die Umgestaltung des Georgengartens in Hannover verantwortlich. Seine Entwürfe für Plön umfassten das gesamte Schlossgebiet. Auch er berücksichtige die barocke Grundstruktur des Gartens. Die Lindenalleen, mittlerweile über 100 Jahre alt, und die barocke Sichtachse, die vom Gartenschlösschen bis zum Großen Plöner See führte, blieben bestehen.
Der ehemalige Weinberg unterhalb des Schlosses wurde terrassiert und mit Gehölzen bepflanzt. Rasenplätze, Zierbeete, Solitäre und Clumps wurden im Schlossgarten angelegt. Der Garten war jetzt öffentlich zugänglich. Ein malerischer Spazierweg (Philosophischer Gang) führte vom Schloss direkt zum neu angelegten Privatgarten des Königs auf einer Halbinsel. Weitere Pläne Schaumburgs, die Plöner Landschaft in die Gartengestaltung mit einzubeziehen, konnten nur in Teilen verwirklicht werden. |
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| Schöne Aussichten auf den Großen Plöner See und die Landschaft bietet der Spaziergang zur Prinzeninsel noch heute |
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| Preußischer Besitz |
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1867 kamen Schloss und Garten in preußischen Besitz. Der Umbau des Schlosses zu einer Kadettenanstalt erfolgte ein Jahr später. Eine rege Bautätigkeit begann im Schlossgebiet.
Zeitgleich erfolgte die Fertigstellung einer Eisenbahnstrecke von Neumünster über Plön bis Neustadt. Die Trasse durchneidet bis heute den Garten in zwei Teile.
Ende des 19. Jahrhunderts begann der Umbau des einstigen Lustschlösschens des Herzogs. Zwei Flügelbauten vergrößerten das Gebäude um ein Vielfaches. Fortan diente das „Prinzenhaus“ den Söhnen des preußischen Kaisers als Wohn- und Schulhaus. Eigens für den kaiserlichen Reiseverkehr wurde am Großen Plöner See der „Kaiserbahnhof“ errichtet.
Bis zum I. Weltkrieg war Schleswig-Holstein preußische Provinz. |
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| Die historische Postkarte zeigt Schlossgarten und Prinzenhaus um 1902 |
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| Quelle: Privatbesitz |
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| 20. Jahrhundert und heute |
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| Nach dem ersten Weltkrieg bis zum Jahr 1997 erfuhren Schloss und Prinzenhaus verschiedene Nutzungen, die längste Zeit dienten die Gebäude als Schulstätte. Gravierende Veränderungen im Schlossgarten erfolgten nur ein einziges Mal durch die Errichtung einer Sportbahn, die jetzt von Plöner Schülern genutzt wird. |
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| Wem gehört der Schlossgarten? |
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| Heute ist der Garten zwischen mehreren Eigentümern aufgeteilt: die Prinzeninsel ist im Besitz der Hohenzollern, die Bahnstrecke gehört der Deutschen Bahn, den Alten Apfelgarten hat der Verein der Freunde des Prinzenhauses e.V. von der Stadt gepachtet. Der Kadettenfriedhof wiederum ist im Besitz der Stadt Plön verblieben, die auch für die Pflege sorgt. Die Waldgebiete am Siebenstern und im westlichen Schlossgarten gehören den Landesforsten von Schleswig-Holstein. Der Schlossgarten zwischen den alten Lindenalleen ist im Besitz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. |
| Aktualisiert: 17.07.2010 | sn |
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